01 Juni, 2004

Ich habe heute Fenster geputzt.

Naja, um genau zu sein: eins. Danach verließen mich die Kräfte (das ist aber auch anstrengend, die Arme eine halbe Stunde lang oben zu halten und wie eine Verrückte die Verkrustungen der letzten 24 Monate abzukratzen!), aber immerhin. Es ist allerdings nie ein wirklich gutes Zeichen, wenn ich Fenster putze- das mache ich nämlich nur, um mich um etwas noch Unangenehmeres herumzudrücken, wenn ich aber trotzdem das schlechte Gewissen mit einer anderen guten Tat ausgleichen will und gerade keine hilfsbedürftige Oma griffbereit ist, die über die Straße gebracht werden will. Vor zwei Jahren war die unangenehme Sache, die ich vermeiden wollte, die Lernerei für die Abschlußprüfung (was soll’s, hat doch auch so ganz gut geklappt, oder?), diese Mal ist es das Abheften sämtlicher „wichtigen“ Unterlagen der letzten 9 Monate: Rechnungen, aufbewahrungswürdige Korrespondenz, Garantiescheine, Versicherungspolicen, Gehaltsabrechnungen und... Kontoauszüge. Gerade die schrecken mich ab- nicht nur, daß es extrem nervig ist, die ganzen Dinger in die richtige Reihenfolge zu bringen, nein, momentan kommt auch noch erschwerend hinzu, daß dieser Auszugsabhefter schon übervoll ist und ich es natürlich auch jedes verdammte Mal vergesse, mir bei meiner Bank einen neuen geben zu lassen. Und so habe ich das Sortieren dieser ganzen Papiere fröhlich und unbekümmert immer weiter vor mich hergeschoben, bis der Stapel sich gestern erdrutschartig über meinen gesamten Schreibtisch und weite Teile meines Schlafzimmers ergossen und somit jegliches Leben unter sich begraben hat (die Spinnen hinter dem Schreibtisch mögen in Frieden ruhen!). Naja, es war eh schon ein statisches Wunder, daß der Turm sich überhaupt so lange gehalten hat. *seufz* Ich sollte mich da wirklich jetzt dranmachen... Aber ich glaube, ich putze erstmal noch ein anderes Fenster.
Übrigens wirkt sich so ein langes Wochenende gar nicht gut auf unser Breakfast-Club-Niveau aus. Das ist ja schon im Normalzustand nicht sonderlich hoch, und Montage sind eh schon seit jeher weithin berüchtigt und werden von Außenseitern gefürchtet; aber HEUTE, nach diesem verlängerten Wochenende... Nun, um es kurz zu machen, wir sahen einen Teil des rot-weiß-gestreiften Hinterteils einer Kollegin, die nicht weiter namentlich genannt werden möchte und die uns eigentlich auch nur die Gefahren der Sonnenbank so anschaulich wie möglich vor Augen führen wollte. So allmählich begreife ich auch, warum ich immer abgenommen habe, wenn ich mich Dienstags früh auf die Waage stelle: Montags bekommt man nämlich nie sonderlich viel runter...

27 Mai, 2004

Trip durch Belgien

14:21

Unterwegs nach Paris. Papa fährt, und das bedeutet: wir sehen dem Tod in’s Auge- Meter für Meter... Ich sitze aus strategischen Gründen seit Bonn hinten, so bin ich nämlich mit dem Fahren dran, wenn wir in die Nähe von Paris kommen. Mit dieser Taktik verlängere ich nun schon seit Jahren die Lebenserwartung meiner Familie... Papa ist übrigens ein Blinkenthusiast, seine Blinkzeiten betragen im Durchschnitt so um die 5 Minuten. Meine Güte, meine Handschrift sieht im Moment so aus, als hätte ich Parkinson im Endstadium! Das liegt zum Einen an Papa’s unorthodoxer Spurführung und zum Anderen daran, daß wir uns gerade in Belgien befinden. BELGIEN! Wer mich kennt, der weiß, daß ich an diesem Land kein einziges gutes Haar lassen kann, und Gott weiß, ich habe es versucht! Den Grenzübergang nach Belgien bekommt man sogar im Schlaf noch mit. Spätestens nach 200 Metern auf belgischem Gebiet, also dann, wenn die Reaktionen des Fahrers noch nicht so geschult sind wie später, stürzt das Auto in das erste von diesen zahllosen Schlaglöchern, und wie soll man noch weiterschlafen, wenn man einmal quer durch das gesamte Auto geschleudert wird?? Später wird es dann ein wenig besser. Natürlich nicht, weil dann etwa die Straße besser wäre, sondern weil man als Fahrer mit der Zeit auf Schlachlochfrüherkennung konditioniert wird. Mich erinnern belgische Autobahnen immer an die Sand- und Staubpisten in Tansania. Obwohl, na gut, seien wir fair, die Pisten in Afrika waren dann doch nicht ganz so schlimm. Ehrlich, es ist schon jedes Mal ein kleines Wunder, wenn man überhaupt aus Belgien wieder hinauskommt. Ich schwöre, einige dieser Löcher in der Fahrbahn (oder sollte ich "Abgründe" sagen?) sind so groß, daß ein Auto, das dort hineinfällt, ohne Kran nicht wieder hinauskommt. In Belgien gibt es wahrscheinlich nur zwei Sorten von Millionären: korrupte Politiker und Betreiber von Abschleppdiensten. Ich für meinen Teil sehe die Durchquerung des Landes von Dutroux und Coca-Cola-Skandalen als ein nun mal nicht vermeidbares Übel an, das man so schnell wie möglich (d.h., so schnell, wie es die Schlaglöcher und die belgischen Linksspurbesetzer zulassen) hinter sich bringen sollte. Meine Eltern verhalten sich diesbezüglich allerdings immer denkbar unkooperativ und weigern sich standhaft, den Fahrerwechsel während der Fahrt durchzuführen (der Eine hält das Lenkrad während der Andere sich an ihm vorbei- und auf den Fahrersitz schiebt, würde wunderbar klappen und wertvolle Minuten auf belgischem Terrain sparen). Und damit nicht genug besteht meine Mutter während dieses Stopps immer darauf, auszusteigen und eine Zigarette zu rauchen, und mein Vater vertritt sich traditionellerweise die Beine. Also ehrlich, manchmal frage ich mich wirklich, ob ich nicht adoptiert worden bin. Vom Zeitverlust einmal abgesehen, gefährlich ist das Ganze auch noch. ICH für meinen Teil würde mich weigern, das Auto ungesichert und ohne Kletterausrüstung zu verlassen- was garantiert mir denn, daß die Parkplätze in einem besseren Zustand sind als die Autobahnen?? Nein nein, Ich gehe da kein Risiko ein. Sollte ich in so einen Krater stürzen, werde ICH vorbereitet sein.

26 Mai, 2004

07:35

Die magische Halb-Acht-Marke ist vorbei und noch ist nichts Schlimmes passiert. Ich bin aber auf der Hut...

09:02

Ich habe es unbeschadet in die Frühstückspause geschafft UND noch dazu blieb mir heute sogar das morgendliche Gesundheitsbriefing der Putzfrau erspart, weil zu dem Zeitpunkt der Chef in meinem Büro war. Und vor dem hat sie Angst. Dennoch: irgendetwas ist faul, das spüre ich doch, der Tag läuft einfach nicht schlecht genug!

12:07

Mittagspause. Okay. Was ist los? Es ist immer noch nichts schiefgelaufen!? Dieser Tag wird doch wohl nicht etwa katastrophenlos an mir vorbeiziehen?? Vor allem nicht nach gestern! Aber dennoch. Ich war beim Zoll und bin sofort drangekommen. Ich habe zwar einen Firmenwagen blockiert, weil ich aus Versehen dessen Autoschlüssel mitgenommen hatte, aber der Wagen wurde dann doch nicht gebraucht, so daß es gar nicht weiter aufgefallen ist; und ich habe Ordner aus dem obersten Regal geholt, ohne mich und/oder andere dabei zu verletzen. Aber ich weiß, was hier läuft: das Schicksal will mich nur einlullen! Aber nicht mit mir, sag‘ ich, nicht mit mir! ICH bleibe extrem mißtrauisch und bin auch weiterhin auf alles gefaßt! Gleich werde ich die Katastrophen heraufbeschwören, indem ich Lieferscheine und meinen "X-Files Missing in Action"-Ordner bearbeite. Ein paar dieser ungelösten Fälle liegen schon seit über drei Wochen bei mir herum, das wird bestimmt einigen Ärger heraufbeschwören. Die sind wie hochsensible Zeitbomben- es geht lange lange gut, aber wenn man sie dann doch anfaßt, gehen sie hoch.

14:47

Also, jetzt verstehe ich wirklich überhaupt gar nichts mehr. Bis auf zwei Fälle, bei denen ich nur noch auf einen Rückruf warte, ist mein X-Files-Ordner LEER. Komplett leer. Nichts mehr drin. Und noch dazu haben sich die meisten Fälle ganz von alleine gelöst: ein Lieferschein, der jetzt doch wieder aufgetaucht ist; eine Bestellung, die sich ebenfalls aus heiterem Himmel wieder eingefunden hat, nachträglich eingereichte Anforderungsscheine (sogar mit einem " ‚Tschuldigung"! Das ist vorher noch nie dagewesen!!) ... ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Sogar die gefürchtete Platzübergabe an die heute aus dem Urlaub zurückgekehrte Kollegin erfolgte ohne weitere Pannen, und das, obwohl die sonst unglaublich pingelig ist. Und jetzt sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Feierabend, die blöde Kollegin (nicht die pingelige Kollegin, die Blöde!) ist auch schon weg... eigentlich kann jetzt nicht mehr viel passieren, weil sowieso schon alle im Feierabend sind... Ob ich wohl damit aufhören kann, paranoide Blicke um mich zu werfen und bei jedem lauten Geräusch zusammenzuzucken?? Immerhin, 15 Minuten sind 15 Minuten!

17:15

Ich liege jetzt seit über einer Stunde am Rhein an einem abgelegenen Kiesstrand, und wenn die Wolken weg sind, ist es in der Sonne sogar so angenehm, daß ich vorhin kurz eingedöst bin. Bis dann ein tropfnasser stinkender Hund über mich drübergesprungen ist und mich mit einer guten Portion Rheinwasser beglückt hat. Und nein, es war nicht Lines, es gibt offensichtlich auch andere tropfnasse und stinkende Hunde. Aber sogar dieser Zwischenfall, der akustisch von eineme lauten, aber erfolglosen "Snoooooopy, hiiiiieeeeer! Komm‘ hiiiieeeerhin!" begleitet wurde, kann den Gedanken nicht stoppen, der sich unaufhaltsam in meinem Kopf breitmacht: Arbeit war okay, die Sonne scheint, Du hast Deine Ruhe und ein gutes Buch dabei... Kathrin, face it, dies ist ein guter Tag!

Übrigens war ich gestern doch nicht wie geplant in "Vergiß‘ mein nicht"- wir wollten zwar schon, aber die Vorstellung ist ausgefallen, weil der Projektor wohl den Geist aufgegeben hatte. Wir hatten dann die Wahl zwischen dem uns vollkommen unbekannten Film "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans" und dem neuen Film von Adam Sandler- die Wahl fiel uns also extrem leicht. Und was soll ich sagen? "Monsieur Ibrahim" war ein richtiger Glücksgriff! Vom Titel einmal abgesehen hat der Film eigentlich nur ganz am Rande mit Religion zu tun. Also, wenn Ihr wißt was gut ist: erst "Vergiß‘ mein nicht" gucken, dann "Monsieur Ibrahim". Hopp hopp, worauf wartet Ihr noch??

25 Mai, 2004

Und dabei fing er so gut an...

Kann ein Tag eigentlich noch besser beginnen als heute morgen? Der Radiowecker weckte mich mit "Matinee" von Franz Ferdinand, im "Zu-Bügeln"-Wäscheberg fand ich tatsächlich doch noch eine Jeans, die nicht unbedingt gebügelt werden mußte, in der Küche spürte ich wider Erwarten einen sogar bereits gespülten und seitdem bisher ungenutzen kleinen Löffel, um meinen Kakao umzurühren (die Tasse dazu mußte ich allerdings spülen), und der erste Blick in den Spiegel ergab, daß ich keine neuen Pickel hatte. Soweit, so gut. Dann beging ich allerdings den ersten Fehler- ich fuhr zur Arbeit. Der zweite Fehler war, daß ich nicht sofort wieder nach Hause gefahren bin. Wir haben da keine Heizung, und es sind da maximal 17, 18 Grad. Jedenfalls, ich bekam innerhalb von 10 Minuten zweimal eins auf den Deckel- und es war noch nicht einmal halb acht! Und ich konnte noch nicht mal wirklich etwas dafür, und so schlimm war es obendrein auch nicht, was da schiefgelaufen ist- aber mein Tag war trotzdem erstmal im Eimer. Darauf folgte ein 7,5 Stunden langer Leidensweg:

Die dumme Putzfrau besetzte mein Büro, um mich nach meinen Augenproblemen auszuquetschen (ich habe gestern aus einer unergründlichen Laune heraus meine Brille getragen anstatt der Kontaktlinsen, woraufhin sie wahrscheinlich direkt grünen Star im fortgeschrittenen Stadium ferndiagnostiziert hat- manche Menschen sind so unglaublich krankheitsgeil, die wittern überall tödliche Viren oder qualvolles Siechtum), und natürlich durfte ich auch wieder andächtig ihrem ausführlichen Monolog über ihre schlechten Augen lauschen (warum klingelt das Telefon eigentlich nie, wenn man’s braucht?! In dem Moment wäre ich sogar für einen weiteren Anschiss von oben dankbar gewesen), was dann zu allem Übel auch noch ausuferte auf die Bereiche "Nase" und "Ohren" –unglaublich, daß diese Frau überhaupt noch lebt, mein Körper hätte sich schon längst selbst abgeschaltet, wenn er so viele Gebrechen hätte!-;

als ich für die Firma unterwegs war, kam auf allen Sendern immer nur Mist (also keine romantischen Gedanken über Mohnblumen und dergleichen);

dann hatte ich bereits einen langen Text für’s Logbuch geschrieben, der vor Genie geradezu strotzte, den ich dann aber aus Versehen gelöscht habe, und als mir das aufgefallen ist ("Moment mal- war da nicht ...?), hatte ich schon wieder vergessen, worum es darin nochmal ging (verdammte Altersdemens!);

und als ich dann um 3 endlich mit einem Stoßseufzer der Erleichterung meinen Computer gerade heruntergefahren hatte, fiel mir siedendheiß ein, daß ich ja unbedingt noch ein paar Artikel im LART eintragen mußte (fragt nicht!), bevor eine Kollegin morgen aus ihrem Urlaub zurückkommt und mich bei lebendigem Leib häutet, also half es alles nichts- die Freiheit unmittelbar vor den Augen mußte ich den Computer wieder anschmeißen und war eine halbe Stunde länger im Büro.

Für diesen Tag habe ich mir eine Belohnung verdient, und deswegen habe ich, unter dem schwachen Vorwand, daß heute Kinotag sei, ein paar Leute organisiert, mit denen ich nochmal in "Vergiß‘ mein nicht" gehen kann- diese Aussicht rettete mich vor der totalen Depression. Die wieder einmal geniale Folge von den "Gilmore Girls" tat ein übriges, und jetzt bin ich wieder mein fröhliches Selbst...

Außerdem habe ich eine lustige Email aus Spanien erhalten: mein in die Hose gegangener Urlaubsflirt aus Januar hat mir Bilder von seinem neuen Auto geschickt... Männer! Tss tss tss. Muß ich ihm jetzt antworten, daß ich es mir angesichts seines tollen neuen Autos doch anders überlegt habe und zu dem Schluß gekommen bin, daß er nun doch die Liebe meines Lebens ist? Aber ich muß schon sagen, es ist doch wirklich schön, wenn man sich als Frau plötzlich so überlegen fühlen kann...

24 Mai, 2004

Ode an den Mohn

Heute wurde ich von der Firma auf’s Land geschickt... ich mußte zu einem Lieferanten in Oberpleis. Auf dem Weg dorthin kam ich durch Dörfer mit den hübschen Namen wie Birlinghoven oder Uthweiler, und gerade, als ich noch dachte, daß als nächstes Hobbingen kommt, fahre ich um eine Kurve, und vor mir breitet sich aus: das Auenland. Zugegebenermaßen ein Auenland mit Elektrozäunen und Stacheldraht, aber es sah tatsächlich so aus, wenn man sich das moderne Zeug mal weggedacht hatte. Dies versetzte mich in eine geradezu lyrische Stimmung, und als ich so poetisch gelaunt meines Weges fuhr und fröhlich zu "Don’t stop movin‘" von S Club 7 mitsummte, dachte ich bei mir, daß es eigentlich schade sei, daß ich überhaupt kein Händchen für Poesie habe, denn sonst könnte ich ein Gedicht über die Mohnblumen schreiben, die da überall wuchsen. Ich hatte auch schnell ein Gedicht beisammen. Es heißt "Ode an den Mohn" und lautet wie folgt:

"O schönes Blümelein so rot
pflück‘ ich Dich, so gehst Du tot."

Und nun wissen wir auch alle, warum ich damals nie mitreden konnte, als alle mit 16, 17 furchtbar tiefgründige Gedichte geschrieben haben. Mein lyrischer Anfall fand jedoch sein abruptes Ende, als ich durch ein Dorf namens Bockeroth fuhr- dort hing ein Plakat, das Jürgen Drews in irgendeinem Bauernhof ankündigte. Ich konnte leider nicht mehr erkennen, aber es war genug, um mich aus meinen Träumereien zu reißen- Jürgen Drews Fratze, und gerade eben dachte ich noch an Mohnblumen... Naja, immerhin scheint es mit seiner Karriere ja wieder besser zu gehen, wenn er jetzt immerhin schon wieder in irgendwelchen Scheunen auftreten darf und nicht nur in irgendwelchen Großraum-Dissen auf Mallorca...

23 Mai, 2004

Vergiß Mein Nicht / Das ultimative schlechte Date

Also, um am gestrigen Eintrag anzuknüpfen: wir waren in dem Film- und er war ganz ohne jeden Zweifel absolut großartig. Ich kann Euch allen wirklich nur raten, sich diesen Film anzusehen, selbst den Carrey-Hassern unter Euch. Es geht um ein Pärchen, Joel und Clem, bei denen es irgendwie nicht mehr so gut läuft. Nach einem Streit läuft Clem weg und nimmt das Angebot eines Arztes an, sich Joel vollständig aus ihrem Gedächtnis löschen zu lassen. Als er dahinterkommt was sie getan hat, ist er so verletzt daß er beschließt, sie ebenfalls löschen zu lassen- und der Rest wird nicht verraten. Ich hatte zwischendurch zwar die Befürchtung, ich würde irgendwie den Faden verlieren, aber dann ergibt sich doch alles wie von selbst. Alles in allem ein wirklich wunderschöner Film über die Liebe- es wurde dafür zwar so gut wie keine Werbung gemacht, aber er lohnt sich (und was ein großes Werbebudget so alles NICHT über den Film aussagen, das sieht man ja an "Van Helsing" oder "Troja"...). Ach ja, und bitte- wenn Ihr ihn Euch anschauen geht, sagt mir Bescheid- ich komme mit!

Abgesehen davon gibt es nur eine kleine Minisensation- ich habe meinen Account bei Single.de gelöscht. Was soll ich sagen- ich wurde gefragt, ob ich denn tatsächlich glauben würde, daß mein Traummann sich auf Single-Seiten herumschlägt. Ich habe darüber nachgedacht und drei Stunden später bin ich raus aus Single.de. Es hat sowieso nur genervt- vor allem die Blind Dates. Oh ja, denn ich hatte Blind Dates- ich habe das nur in weiser Voraussicht für mich behalten! Jetzt allerdings kann ich ja mal eins publik machen, im Nachhinein war das nämlich eigentlich ganz lustig. Naja, eher tragikomisch vielleicht, aber naja, auf jeden Fall erwähnenswert...

Also, ganz ehrlich, wie bitteschön soll ich mich denn auch in jemanden verlieben, der

  1. eine Krawatte mit Pinguinen drauf trägt,
  2. denselben Pinguin nach eigener Aussage auch als Tattoo auf der Schulter trägt,
  3. fest davon überzeugt ist, daß ich mich in seiner Gegenwart prächtig amüsiere, während ich eigentlich nur nach einer Ausrede gesucht habe, um schnell wegzukommen (habe dann eine SMS bekommen -Gott sei dank!-, bei der ich dann vorgeben konnte, daß ich jetzt gleich woanders erwartet werde),
  4. während des angeregten Gesprächs zweimal ganz nebenbei fallenläßt, daß er in einer 80-qm-Wohnung lebt und
  5. der sich am Ende eine Quittung für die vier Ginger Ales geben läßt- um sie von der Steuer abzusetzen!

Nein nein nein nein nein. Ehrlich- das muß ich mir nicht geben. Allerdings habe ich viel über mich selbst gelernt- zum Beispiel bin ich ganz erstaunt über das Ausmaß meiner Leidensfähigkeit! Und spätestens bei der Sache mit dem Tattoo wunderte ich mich über meine Selbstbeherrschung- ich hatte es tatsächlich fertiggebracht, den natürlichen Impuls zu unterdrücken, aufzuspringen und so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Naja, eigentlich war es nicht direkt Selbstbeherrschung, die mir dabei geholfen hat, sondern gute Erziehung- und das Wissen, das mein Fahrradschloß klemmt. Und nichts wäre peinlicher gewesen, als panisch zu meinem genau gegenüber stehenden Fahrrad zu sprinten- und dann das Schloß nicht aufzubekommen...