BP’s Führungsriege nimmt das alles anscheinend nicht wirklich ernst
BP’s Vorstandsvorsitzender Tony Hayward ist ein Musterbeispiel eines Topmanagers. Er bezeichnete das Ölleck als "winzig“ und die Auswirkungen der Katastrophe als "sehr, sehr mäßig“ , und der sich in einem Anfall von Selbstmitleid vor laufender Kamera darüber ausgelassen hat, niemand würde sich mehr wünschen als er, daß die Katastrophe vorbei sei- er hätte gern sein Leben zurück.
Die Katastrophe dauert an, am 18. Juni jedoch war Hayward offensichtlich der Meinung, er hätte sich jetzt auch mal endlich einen schönen Tag verdient- er nahm an einer Regatta teil. Übrigens sehr nett die Reaktion darauf des Bürgermeisters von Gulf Shore, Alabama: „Ich bin froh, daß Mr. Hayward auf einer Yacht ist, denn hier unten ist er uns definitiv keine Hilfe.“ Der Bürgermeister braucht sich keine Sorgen mehr zu machen: Tony Hayward ist nicht mehr mit der Ölkatastrophe betraut, den Job hat jetzt Bob Dudley.
Auf die Krankheitssymptome der Helfer angesprochen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kurzatmigkeit) verkündete Tony Hayward, man könne nicht sagen, ob diese Symptome mit dem Öl zusammenhängen. Es könne auch eine Lebensmittelvergiftung sein, dies sei schließlich ein großes Problem, wenn man so viele Menschen auf engem Raum hätte. Na, da hat man doch wirklich das Gefühl, daß sich BP die Probleme der Helfer wirklich zu Herzen nimmt.
Oder vielleicht doch nicht? Bis zum 07.07.2010 hatte BP von seinen Katastrophenhelfern 1.105 Schadensersatzforderungen aufgrund von Körperverletzung vorliegen- bis heute wartet jeder der 1.105 Antragssteller auf die Erstattung der Arztrechnungen etc., denn BP hat hierfür noch keinen Pfennig herausgerückt. Offenbar wartet man damit noch, bis klar ist inwiefern BP dafür legal zur Verantwortung gezogen werden kann. Klar geht es hier um Geld- wenn man sich jedoch vor Augen führt, wieviel Gewinn BP jedes Jahr macht, sind diese Schadensersatzansprüche eine winzige Kleinigkeit. Die Gesundheit derer, die BP dabei helfen, den angerichteten Schaden zu beseitigen, scheint dem BP-Management jedoch nicht einmal soviel wert zu sein.
Auch wird immer wieder davon berichtet, BP hätte Hilfsangebote zurückgewiesen. Man sollte doch meinen, angesichts einer Katastrophe solchen Umfangs wäre BP froh über jede Hilfe- weit gefehlt.
Daß man das Hilfsangebot eines James Cameron ablehnt... okay. Er hat zwar Erfahrungen mit der Tiefsee und entsprechendes Equipment (das man ja eventuell hätte nutzen können), aber letzten Endes ist er als Hollywood-regisseur weder Wissenschaftler noch wirklich vom Fach. Außerdem könnte es ja sein, daß er eine Kamera mitbringt, und das ist nun wirklich nicht in BP's Sinne.
Aber daß die Helix-Gruppe (Ölplattformbesitzer) schon im April Hilfe angeboten hat, und diese Hilfe zunächst abgelehnt und erst 6 Wochen später angenommen wird... dann stellt sich die Frage, ob BP eigene Interessen über das Interesse der Allgemeinheit stellt, dieses Loch endlich zu stopfen.
Denn: zusätzliche Hilfe von außen ist teuer. Equipment vom Norwegen in den Golf von Mexiko zu bringen kostet, außerdem müßte BP im Falle von Defekten an dieser Ausrüstung für den Schaden aufkommen.
Amerikanische Fischer berichten, sie seien zwar von BP eingestellt worden, würden jedoch nichts zu tun bekommen. Es wird gemutmaßt, BP habe die große Anzahl an Fischern nur deswegen eingestellt, um zu demonstrieren, wie ernst es ihnen mit den Aufräumarbeiten wirklich ist. Aber niemand hat hinterfragt, ob diese Fischer 8 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche beschäftigt (und bezahlt) werden. Das Gleiche gilt für den Großteil der freiwilligen Helfer an Land. Gemeldet haben sich über 20.000, zum Einsatz gekommen oder auch nur zu einer Schulung eingeladen worden sind nur gut ein Sechstel davon.
Alles in allem gewinnt man den Eindruck, BP arbeite nicht 100 %-ig und kompromisslos daran, das Bohrloch so schnell wie möglich zu schließen, sondern eher, die Aktion so kostengünstig wie möglich zu gestalten.
Die Katastrophe dauert an, am 18. Juni jedoch war Hayward offensichtlich der Meinung, er hätte sich jetzt auch mal endlich einen schönen Tag verdient- er nahm an einer Regatta teil. Übrigens sehr nett die Reaktion darauf des Bürgermeisters von Gulf Shore, Alabama: „Ich bin froh, daß Mr. Hayward auf einer Yacht ist, denn hier unten ist er uns definitiv keine Hilfe.“ Der Bürgermeister braucht sich keine Sorgen mehr zu machen: Tony Hayward ist nicht mehr mit der Ölkatastrophe betraut, den Job hat jetzt Bob Dudley.
Auf die Krankheitssymptome der Helfer angesprochen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kurzatmigkeit) verkündete Tony Hayward, man könne nicht sagen, ob diese Symptome mit dem Öl zusammenhängen. Es könne auch eine Lebensmittelvergiftung sein, dies sei schließlich ein großes Problem, wenn man so viele Menschen auf engem Raum hätte. Na, da hat man doch wirklich das Gefühl, daß sich BP die Probleme der Helfer wirklich zu Herzen nimmt.
Oder vielleicht doch nicht? Bis zum 07.07.2010 hatte BP von seinen Katastrophenhelfern 1.105 Schadensersatzforderungen aufgrund von Körperverletzung vorliegen- bis heute wartet jeder der 1.105 Antragssteller auf die Erstattung der Arztrechnungen etc., denn BP hat hierfür noch keinen Pfennig herausgerückt. Offenbar wartet man damit noch, bis klar ist inwiefern BP dafür legal zur Verantwortung gezogen werden kann. Klar geht es hier um Geld- wenn man sich jedoch vor Augen führt, wieviel Gewinn BP jedes Jahr macht, sind diese Schadensersatzansprüche eine winzige Kleinigkeit. Die Gesundheit derer, die BP dabei helfen, den angerichteten Schaden zu beseitigen, scheint dem BP-Management jedoch nicht einmal soviel wert zu sein.
Auch wird immer wieder davon berichtet, BP hätte Hilfsangebote zurückgewiesen. Man sollte doch meinen, angesichts einer Katastrophe solchen Umfangs wäre BP froh über jede Hilfe- weit gefehlt.
Daß man das Hilfsangebot eines James Cameron ablehnt... okay. Er hat zwar Erfahrungen mit der Tiefsee und entsprechendes Equipment (das man ja eventuell hätte nutzen können), aber letzten Endes ist er als Hollywood-regisseur weder Wissenschaftler noch wirklich vom Fach. Außerdem könnte es ja sein, daß er eine Kamera mitbringt, und das ist nun wirklich nicht in BP's Sinne.
Aber daß die Helix-Gruppe (Ölplattformbesitzer) schon im April Hilfe angeboten hat, und diese Hilfe zunächst abgelehnt und erst 6 Wochen später angenommen wird... dann stellt sich die Frage, ob BP eigene Interessen über das Interesse der Allgemeinheit stellt, dieses Loch endlich zu stopfen.
Denn: zusätzliche Hilfe von außen ist teuer. Equipment vom Norwegen in den Golf von Mexiko zu bringen kostet, außerdem müßte BP im Falle von Defekten an dieser Ausrüstung für den Schaden aufkommen.
Amerikanische Fischer berichten, sie seien zwar von BP eingestellt worden, würden jedoch nichts zu tun bekommen. Es wird gemutmaßt, BP habe die große Anzahl an Fischern nur deswegen eingestellt, um zu demonstrieren, wie ernst es ihnen mit den Aufräumarbeiten wirklich ist. Aber niemand hat hinterfragt, ob diese Fischer 8 Stunden am Tag, 5 Tage die Woche beschäftigt (und bezahlt) werden. Das Gleiche gilt für den Großteil der freiwilligen Helfer an Land. Gemeldet haben sich über 20.000, zum Einsatz gekommen oder auch nur zu einer Schulung eingeladen worden sind nur gut ein Sechstel davon.
Alles in allem gewinnt man den Eindruck, BP arbeite nicht 100 %-ig und kompromisslos daran, das Bohrloch so schnell wie möglich zu schließen, sondern eher, die Aktion so kostengünstig wie möglich zu gestalten.
Labels: BP, Golf von Mexiko, Umwelt, Ölleck
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