BP erschwert Reportern im Golf von Mexiko die Berichterstattung
In den USA ist es Polizeibeamten erlaubt, ihre Uniform auch außerhalb der Dienstzeit zu tragen. Dies macht sich offensichtlich der BP-Konzern zu Nutze. Off-duty cops arbeiten (in Uniform) für BP, halten Reporter an und helfen BP aktiv dabei, die zu belästigen und ihnen das Leben zu erschweren.
Auch in Texas gibt es Fälle, in denen BP mit der Polizei zusammenarbeitet, diesmal allerdings wohl on-duty. Ein Reporter, der von öffentlichem Grund und Boden aus Fotos der Raffinerie gemacht hatte, wurde von einem Trio bestehend aus lokaler Polizei, BP Sicherheitschef und einem Mitglied von Homeland Security angehalten. Die Polizei sah sich seine Bilder an, zeigte sie dann dem BP-Mann und ließ den Photographen wieder laufen. Hätte er nicht kooperiert hätte man ihn „mitnehmen“ müssen; das Trio berief sich auf das recht, Betriebsgeheimnisse wahren zu müssen. Stellt sich doch wirklich die Frage, was daran schlimm sein soll, wenn jemand Fotos von einer Anlage macht, die so riesig ist, daß man sie einfach nicht übersehen kann. Wer in diesem sichtbaren Teil der Anlage geheime Sensationstechnologien verwendet, wäre schön blöd. Und BP ist einiges, aber blöd gehört nicht dazu.
Damit nicht genug, sogenannte BP-Reporter nehmen selbst die Berichterstattung in die Hand. Blogger Tom Seslar schafft es in einem Bericht über einen 2-stündigen Helikopterflug über dem Katastrophengebiet, über die Schönheit der Sumpfgebiete, die Wichtigkeit der Ölindustrie in der Welt und das im September in Morgan City, Louisiana stattfindende „Louisiana Shrimp & Petroleum Festival“ zu sinnieren- und vergißt bei so viel Schönheit doch glatt, den Ölteppich auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Wer Lust hat kann sich diese Art der Berichterstattung stundenlang zuführen, der darf sich freuen: BP-Mitarbeiter sind begeisterte Reporter, auf der BP-Internetseite gibt es an solchen und ähnlichen Blogs kein Mangel.
Und wo wir gerade bei PR-Maßnahmen sind: gibt man bei Google "oil spill“ ein, so ist der allererste Link (einer von den gekauften) "Latest news and facts about the Gulf of Mexico“ von der BP-Seite. Gibt man bei Google "Ölkatastrophe“ ein, bietet sich dasselbe Bild. Dasselbe bei Suchbegriff "Golf von Mexiko“. Mehr Begriffe habe ich nicht mehr probiert, aber ich denke mal, BP hat sich das Einiges kosten lassen.
Wieder einmal gilt, daß man alles hinterfragen sollte, was von großen Unternehmen verlautet wird; vor allem, wenn die objektive Berichterstattung auf diese Art und Weise erschwert wird. Es ist vielleicht nicht alles gelogen, aber es stecken so ungeheure Mengen an Geld hinter dem Ganzen, daß Anstand, gesunder Menschenverstand und das gespür für richtung und falsch gerne mal auf der Strecke bleiben.
Auch in Texas gibt es Fälle, in denen BP mit der Polizei zusammenarbeitet, diesmal allerdings wohl on-duty. Ein Reporter, der von öffentlichem Grund und Boden aus Fotos der Raffinerie gemacht hatte, wurde von einem Trio bestehend aus lokaler Polizei, BP Sicherheitschef und einem Mitglied von Homeland Security angehalten. Die Polizei sah sich seine Bilder an, zeigte sie dann dem BP-Mann und ließ den Photographen wieder laufen. Hätte er nicht kooperiert hätte man ihn „mitnehmen“ müssen; das Trio berief sich auf das recht, Betriebsgeheimnisse wahren zu müssen. Stellt sich doch wirklich die Frage, was daran schlimm sein soll, wenn jemand Fotos von einer Anlage macht, die so riesig ist, daß man sie einfach nicht übersehen kann. Wer in diesem sichtbaren Teil der Anlage geheime Sensationstechnologien verwendet, wäre schön blöd. Und BP ist einiges, aber blöd gehört nicht dazu.
Damit nicht genug, sogenannte BP-Reporter nehmen selbst die Berichterstattung in die Hand. Blogger Tom Seslar schafft es in einem Bericht über einen 2-stündigen Helikopterflug über dem Katastrophengebiet, über die Schönheit der Sumpfgebiete, die Wichtigkeit der Ölindustrie in der Welt und das im September in Morgan City, Louisiana stattfindende „Louisiana Shrimp & Petroleum Festival“ zu sinnieren- und vergißt bei so viel Schönheit doch glatt, den Ölteppich auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Wer Lust hat kann sich diese Art der Berichterstattung stundenlang zuführen, der darf sich freuen: BP-Mitarbeiter sind begeisterte Reporter, auf der BP-Internetseite gibt es an solchen und ähnlichen Blogs kein Mangel.
Und wo wir gerade bei PR-Maßnahmen sind: gibt man bei Google "oil spill“ ein, so ist der allererste Link (einer von den gekauften) "Latest news and facts about the Gulf of Mexico“ von der BP-Seite. Gibt man bei Google "Ölkatastrophe“ ein, bietet sich dasselbe Bild. Dasselbe bei Suchbegriff "Golf von Mexiko“. Mehr Begriffe habe ich nicht mehr probiert, aber ich denke mal, BP hat sich das Einiges kosten lassen.
Wieder einmal gilt, daß man alles hinterfragen sollte, was von großen Unternehmen verlautet wird; vor allem, wenn die objektive Berichterstattung auf diese Art und Weise erschwert wird. Es ist vielleicht nicht alles gelogen, aber es stecken so ungeheure Mengen an Geld hinter dem Ganzen, daß Anstand, gesunder Menschenverstand und das gespür für richtung und falsch gerne mal auf der Strecke bleiben.
Labels: BP, Golf von Mexiko, Umwelt, Ölleck
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